Joachim Sartorius Kunst gegen Gewalt
I.
Ausgangspunkt ist die Frage, welche Rolle Künstler überhaupt spielen können in einem Feldzug gegen Gewalt oder anders und besser formuliert in einer Kampagne für Gewaltlosigkeit.
Das setzt zwei Definitionen voraus (man verzeihe mir die schematische Vorgehensweise): Was ist Kunst, was kann sie sein? Und: Was heißt, augenblicklich, Gewalt?
Kunst will vieles: dem Denken auf die Sprünge helfen, stören und aufstören. Sie soll sichtbar machen, was noch nicht deutlich ist. Aufgrund ihrer Irrationalität im Gegensatz zur Philosophie als logischer Disziplin trägt sie durchaus visionäre Elemente. Vielleicht hat deshalb Heiner Müller kürzlich gesagt: »Die Reflektion ist am Ende, die Zukunft gehört der Kunst«, Hier schwingt etwas von dem schon verloren geglaubten Glauben an ein aufkläririsches Potential der Kunst mit.
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