WERNER LANGER Eigeninitiative für die Kunst
Im Windschatten der Großausstellung \"Metropolis\" im Gropiusbau segelt gleichsam im Löwenpalais von Grunewald die ähnlich geartete, doch um einige Grade kleiner ausfallende Übersicht „Status of Sculpture\". Vor zwei Jahren für das Museum zeitgenössischer Kunst in Lyon zusammengestellt, wurde sie nach Stationen in London und im belgischen Hasselt für Berlin übernommen .
Die Vorstellung kam auf Anregung der ehemaligen Galeristin Silvia Menzel zustande, die jetzt als Beraterin und Betreuerin von Kunstsammlungen tätig ist. Allein aus privater Hand finanziert, zeigt die Übersicht rund vierzig Installationen zehn amerikanischer Künstler, von denen neun in New York leben. Drei von ihnen - Robert Gober, John Kessler und Cady Noland ?sind mit größeren Arbeiten auch bei „Metropolis“ vertreten.
Als unzutreffend erweist sich die Anspielung im Titel der Ausstellung auf die Skulptur. Vornehmlich in den Raum gestellte, gelegte oder gestreute Industriegegenstände, Naturmaterialien oder Textilien ergeben ausgedehnte, sorgsam inszenierte Stilleben, die sich hauptsächlich aus noblen hölzernen Kisten, Stahlgestellen, Kleiderständern und gekachelten Bürotischen zusammensetzen. Mit zeitgemäßen Fundstücken werden einst von Duchamps und Schwitters eingeführte Objektkunstspiele mit Hinweisen auf Lebensstil und Zivilisation, Technik und Supermarkt fortgeführt.
Allein durch private Mittel finanziert, wird das Haus künftig jungen, „nichtetablierten\" Künstlern zur Verfügung stehen. Dabei sollen Vorhaben aus dem Bereich der \"Neuen Medien\" und den klassischen Disziplinen der bildenden Kunst aus Literatur, Musik und Design gefördert werden. Als Berater sind Joachim Sartorius (daad), Wulf Herzogenrath (Neue Nationalgalerie) und Peter Raue (Vorsitzender des Vereins ..Freunde der Nationalgalerie\') bekannt.
Der Premierenausstellung werden weitere Übersichten, stets Übernahmen, folgen. Für jede Ausstellung sind neue Geldgeber und andere Förderer gefragt, die gezielt nach Themen ausgewählt werden. Ziel der unabhängig voneinander arbeitenden Stiftung und Beratungsfirma ist es, für Berlin private Möglichkeiten der Kunstförderung und -vermittlung nutzbar zu machen: gemäß dem Wunsch des Stiftungsgründers „eigene Initiativen\" für Berlin zu entwickeln.
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